7 Tage EKG: Eine Woche Herz‑Monitoring — Wann es sinnvoll ist und was Sie wissen müssen
Ein 7 Tage EKG (Langzeit‑EKG über eine Woche) erhöht die Chance, seltene Herzrhythmusstörungen zu entdecken und Beschwerden mit dem Herzrhythmus zu verknüpfen. In diesem Artikel erkläre ich, wie das Verfahren funktioniert, für wen es geeignet ist und was Sie vor, während und nach der Messung beachten sollten.
Was ist ein 7 Tage EKG?
Ein 7 Tage EKG ist eine Form des Langzeit‑EKGs, bei dem die elektrische Aktivität des Herzens kontinuierlich oder in kurzen Intervallen über sieben Tage aufgezeichnet wird. Häufige Bezeichnungen sind 7‑Tage‑Langzeit‑EKG, Holter‑EKG über 7 Tage oder 7 Tage Monitoring. Ziel ist es, seltene oder paroxysmale Herzrhythmusstörungen zu erfassen, die in einem 24‑Stunden‑EKG möglicherweise nicht auftreten.
Warum eine Woche statt 24 Stunden?
Viele Rhythmusstörungen — zum Beispiel Vorhofflimmern, einzelne Extrasystolen oder kurzzeitige Pausen — treten unregelmäßig auf. Studien und klinische Praxis zeigen: Mit längerer Überwachungsdauer steigt die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich. Ein 7 Tage EKG bietet daher bessere Sensitivität für:
- Paroxysmales Vorhofflimmern (AF)
- Seltene Palpitationen oder Schwindelanfälle
- Unklare Synkopen (Ohnmachtsanfälle), wenn andere Untersuchungen keine Ursache ergeben
Quellen und Praxisbeispiele finden Sie u. a. bei medizinischen Fachseiten wie Medizinio oder Berichten aus kardiologischen Praxen (Medizinio, Cardiomatics).
Für wen ist ein 7 Tage EKG sinnvoll?
- Patienten mit wiederkehrenden, aber seltenen Herzstolpern oder Palpitationen.
- Verdacht auf paroxysmales Vorhofflimmern, besonders vor Schlaganfallabklärung.
- Unerklärte Schwindel‑ oder Ohnmachtsanfälle.
- Kontrolle nach Antiarrhythmika‑Therapie oder Ablation, je nach Empfehlung des Kardiologen.
Welche Geräte werden verwendet?
Es gibt mehrere Systeme für ein 7 Tage EKG:
- Holter‑Rekorder (mehrkanalig): Klassisches Gerät mit Elektroden, das die elektrische Aktivität kontinuierlich aufzeichnet.
- Patches (Klebeelektroden): Dünne, wasserfeste Aufkleber mit integriertem Rekorder — bequem, unauffälliger und gut für längere Tragedauer.
- Event‑Recorder / mobile Monitorings: Zeichnen nicht kontinuierlich auf, sondern bei Symptomen oder automatischer Erkennung.
- Implantierbarer Loop‑Recorder (ILR): Für sehr seltene oder unklare Ereignisse über Monate bis Jahre — nicht zu verwechseln mit dem kurzzeitigen 7‑Tage‑Monitoring.
Vorbereitung und Ablauf
Vor dem Anlegen des Geräts erfolgen meist ein kurzes Beratungsgespräch und ein Ruhe‑EKG. Beim Termin:
- Die Haut an Brust und seitlichen Brustbereichen wird gereinigt, bei Bedarf rasiert.
- Elektroden oder Patch werden angebracht und das Gerät aktiviert.
- Sie erhalten ein Protokoll‑ oder Tagebuch, um Symptome (Uhrzeit, Art) zu notieren.
Während der sieben Tage führen Sie möglichst Ihren normalen Tagesablauf fort. Duschen ist je nach System eingeschränkt — Patches sind oft besser wasserresistent. Vermeiden Sie starkes Reiben der Elektroden und informieren Sie sich, wie Sie bei Kontaktproblemen vorgehen sollen.
Tipps für die Messdauer
- Notieren Sie Beschwerden sofort mit Uhrzeit im Symptomtagebuch.
- Vermeiden Sie ölhaltige Cremes an den Befestigungsstellen.
- Bequeme Kleidung wählen, die beim An‑ und Ausziehen die Elektroden nicht abstreift.
- Bei Hautreizungen Arzt oder Praxis kontaktieren — oft hilft ein Elektrodenwechsel.
Auswertung und Befund
Nach Rückgabe des Geräts werden die Daten durch spezielle Software und einen Kardiologen ausgewertet. Die Auswertung umfasst:
- Automatische Erkennung von Rhythmusstörungen (z. B. AF, Pausen, Tachykardien, Bradykardien).
- Manuelle Kontrolle verdächtiger Bereiche durch Fachpersonal.
- Korrelation mit Ihrem Symptomtagebuch, um eine Symptom‑Rhythmus‑Zuordnung zu ermöglichen.
Die Dauer bis zum Befund variiert — oft erhalten Patienten das Ergebnis innerhalb weniger Tage bis einer Woche. Manche Praxen bieten digitale Befundübermittlung an. Beispiele für Ablauf und Wartezeiten finden Sie bei kardiologischen Zentren (CardioCentrum).
Vor‑ und Nachteile des 7 Tage EKG
- Vorteile: Höhere Trefferquote für seltene Ereignisse, bessere Symptom‑Korrelierung, nicht invasiv.
- Nachteile: Etwas mehr Aufwand im Alltag, mögliche Hautirritation durch Elektroden, Kosten/Abrechnung je nach Indikation (manche Untersuchungen sind IGel).
Kosten und Erstattung
In vielen Fällen wird ein 7 Tage EKG von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Manche Praxen bieten private oder erweiterte Modelle (z. B. längere Monitoring‑Patches) als IGel‑Leistung an. Fragen Sie vorab in Ihrer Praxis nach Kosten, Genehmigung und voraussichtlicher Dauer der Befunderstellung. Hinweise zu Praxisangeboten finden sich oft auf Praxiswebseiten (Internistenteam Kamen).
Fazit
Das 7 Tage EKG ist ein bewährtes, nicht‑invasives Verfahren zur besseren Erkennung seltener Herzrhythmusstörungen. Es ist besonders nützlich, wenn Beschwerden unregelmäßig auftreten oder ein Verdacht auf Vorhofflimmern besteht. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen über die richtige Wahl des Monitorings (24h vs. 7 Tage vs. implantierbarer Recorder) — oft entscheidet die Häufigkeit der Symptome und die Fragestellung über die beste Methode.